LOOCK Galerie
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18. Oktober 2014 - 31. Januar 2014

 




 

Loock Galerie freut sich mit der Einzelausstellung Übergänge, die Zusammenarbeit mit Ulrich Wüst bekannt zu geben. 

Ulrich Wüst gehörte zu den wichtigsten Fotografen der DDR. Sein Werk ist darüber hinaus im größeren historischen und internationalen Kontext mit Fotografen wie Albert Renger-Patzsch, August Sander, Bernd und Hilla Becher in Deutschland sowie Walker Evans und Stephen Shore in den Vereinigten Staaten zu lesen.

„Ulrich Wüsts Fotografie folgt auch einem klaren Bildprinzip. Es ist ausformuliert, in den Kompositionen bis ins Detail durchdacht und im Wortsinn architektonisch – auch und gerade dann, wenn die Aufnahmen Unarchitektur abbilden. 

Im Spektrum gegenwärtiger Möglichkeiten einer sachlich-künstlerischen Fotografie, wie sie in Deutschland seit den 70er Jahren vor allem durch die Schule von Bernd und Hilla Becher geprägt wird, stehen diese Bilder ohne direkten Vergleich.“ (Matthias Flügge, in: Ulrich Wüst, Morgenstraße Magdeburg 1998-2000, Magdeburg 2001, S. 10.)

Die Ausstellung Übergänge stellt drei Werkgruppen von Ulrich Wüst gegenüber, die Geschichte erzählen. Als kühler Beobachter seiner Zeit, der sich an gesellschaftlichen und politischen Gegensätzen reibt, fotografiert Wüst in Berlin, Magdeburg und Köln – drei Städte, die von den Zerstörungen des letzten Krieges unübersehbar geprägt wurden. Seine analytisch-puristischen Fotografien von urbanem Raum, städtischen Strukturen und Architekturen erzählen und kommentieren ein signifikantes Kapitel deutscher Geschichte im Umbruch.

Kasper König hatte 1994 im Rahmen eines Bewag-Kunstprojektes die Serie Mitte (Berlin 1995 – 1997) in Auftrag gegeben. Innerhalb der Bezirksgrenzen von Berlin-Mitte fotografierte Wüst den Abriss und Aufbau einer sich neudefinierenden Stadt. In Morgenstrasse (Magdeburg 1998 – 2000) gibt er unverstellt den Blick auf das als Industriestadt dem Verfall preisgegebene Magdeburg frei, während die Serie Fremdes Pflaster (Köln 2004 – 2005) eine Stadt zwischen Tradition und Wiederaufbau zur Zeit des Wirtschaftswunders zeigt. Das Spezifische an Wüsts Fotografien ist die Dialektik zwischen vermeintlicher Objektivität und subjektiv-subversiver Detailgenauigkeit.

Ulrich Wüst, geboren 1949 in Magdeburg, lebt und arbeitet seit 1972 in Berlin. 

In Zusammenarbeit mit dem MIT Museum wird die Ausstellung Übergänge in modifizierter Form, kuratiert von Gary van Zante, 2015/2016 in Cambridge, Massachusetts gezeigt werden.

Ulrich Wüst war in den vergangenen Jahren unter anderem in folgenden Ausstellungen vertreten: Concrete – Fotografie und Architektur, Fotomuseum Winterthur (2013), Geschlossene Gesellschaft, Berlinische Galerie (2012), Abschied von Ikarus, Neues Museum Weimar und Ein neuer Blick – Architekturfotografie aus den Staatlichen Museen zu Berlin, Kunstbibliothek (2010), Ulrich Wüst, Leonhardi-Museum, Dresden und Lindenau-Museum, Altenburg sowie Art of Two Germanys, Los Angeles County Museum of Art (2009). 

Seine Arbeiten befinden sich in wichtigen fotografischen Firmen- und Museumssammlungen, wie Photographische Sammlung der Berlinischen Galerie, Deutsche Genossenschaftsbank (Frankfurt am Main), Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Kupferstich-Kabinett (Berlin), Staatsgalerie Stuttgart und andere.

Kuratiert von Katia Reich

 

Eine Ausstellung im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie Berlin


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